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Dr. Grubers versunkene Welt

Rudolf W. Dellmour

In den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts taucht Doktor Gruber, ein etwas skurriler Wissenschaftler, an einem Spätsommertag in einem verschlafenen Dorf im Waldviertel auf.

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Wissenschaftlich

Neugier

Im Wirtshaus erfährt er zufällig von einem Schloss, in dem seltsame Dinge vor sich gehen. Da Gruber von überaus neugieriger Natur ist, und anscheinend sonst nichts zu tun hat, beginnt er diesen Geschichten nachzuspüren und in der Folge seine Nase in jedermanns Angelegenheiten zu stecken.

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Freundschaft

Geheimnisvoll

Doch das wahre Ziel seines Interesses gilt dem Schloss und seinem Besitzer. Nachdem er die Freundschaft des Generals gewinnt und dubiosen Vorgängen auf die Spur kommt, verschwindet er auf mysteriöse Weise …

Beispiele aus dem Buch

Das Herumschnüffeln allerdings bringt ihm bei der Landbevölkerung wenig Sympathie ein, großes Misstrauen schlägt ihm entgegen. Besitzer des geheimnisumwitterten Schlosses ist der pensionierte k. u. k. General Alfred von Waldstätten, der in seinem Schloss mit Verwalter und Dienerschaft ein Leben nach eigenen Regeln in einem scheinbaren Paralleluniversum führt.
Das Schloss samt seinen Bewohnern und soziologischem Umfeld wird Grubers Forschungsprojekt, indem er seine bewährte Methodik der „Kategorien“ anwendet. Der Forscher bezieht zunächst eine Wohnung im Dorf und beginnt mit dem Vermessen von Schatten und der Katalogisierung von Käfern und Pflanzen.

Herr Doktor Gruber

Was wir über Herrn Doktor Gruber wissen, ist im Grunde sehr bescheiden. Er schien sein Dasein keinem besonderen Zweck gewidmet zu haben, außer der hingebungsvollen Registrierung des gewöhnlichen, aber stets so facettenreichen Lebens der Menschen und der ihn umgebenden Natur. Gruber war ein Chronist im klassischen Sinne und seiner Wesensart entsprechend könnten wir ihn durchaus in einem mittelalterlichen, klösterlichen Leben wiederfinden. Aber er lebte in unserer Zeit, mitten unter uns, auch wenn er von den Meisten nicht bemerkt wurde.

Er beobachtete, er dokumentierte, er hielt fest. Wozu? Wir wissen es nicht. Vielleicht für uns Nachfolgende? Was wir von ihm wissen, das ist uns im Wesentlichen durch seine Schriften übermittelt worden, die er sehr zahlreich verfasste, von denen aber nur ein kleiner Teil erhalten blieb; außer den Tagebüchern (die „Grünen und Blauen Hefte“, und so weiter) ein paar Briefe, die allesamt an seine Schwester adressiert waren, und zusätzlich durch seine Sammlungen, von denen noch Teile aufgefunden werden konnten. Weitere Quellen sind Zeitgenossen, die ihn persönlich kannten und von denen noch Einiges in Erfahrung gebracht werden konnte.

Charakteristisch für Gruber war seine systematische Arbeitsweise. Er untergliederte die mannigfaltigen Erscheinungsformen der ihn umgebenden Welt in „Kategorien“ und entwickelte ein Verfahren, das imstande war das verwirrende und völlig undurchsichtige Zusammenspiel zwischen Menschen und Umwelt zu beschreiben. Mit diesem Verfahren, das er auch als die „Kategorien“ bezeichnete, versuchte er „all das zu determinieren, was dem flüchtig Vorübereilenden, wie auch dem akribisch Forschenden in seiner Gesamtheit entgehen musste: die Einheit in der Vielfalt, die unglaubliche Banalität des Lebendigen, die Gewöhnlichkeit des Geborenwerdens und die Trivialität des Sterbens“. So seine Definition in einem seiner Feldbücher.

Der Plan zu den Kategorien

Als er nach dem Wirt rufen wollte, stand der schon an seiner Seite. Es war mittlerweile so dunkel in der Stube geworden, dass Gruber nicht zu sagen vermochte, ob er schon länger hinter ihm gestanden hatte. Er zahlte und verließ das Wirtshaus. Vor dem Haus lag die Nacht. Unter klarem Sternenhimmel wanderte er noch eine gute Weile, fand einen geeigneten Ort und brachte dort die Nacht im Freien zu. Der Tau lag schon auf den Gräsern. Aber noch lange lag Gruber wach und dachte an das Gespräch der Bauern. Die Sache mit dem Schloss und dem General ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er fühlte sich angezogen. Auch passte die ganze Geschichte zu seinen Ideen der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt, zwischen Physiognomie und Geologie. Ein komplexes Thema mit ineinander verschachtelten Fragen und Antworten, der Gefahr von Zirkelschlüssen und Irrtümern ausgesetzt, der Möglichkeit des Scheiterns selbst; also ganz nach seinem Geschmack. Als er an diesem Abend auf freier Flur, unter dem schwarzblauen, sternenübersäten Himmel lag und seine Gedanken in das Weltall hinaussandte, wusste er bereits, dass er an diesem Ort für eine Weile bleiben würde. Nicht lange, dachte er, vielleicht für ein paar Wochen. Dann schlief er ein. Mochten solche Entscheidungen für ihn vielleicht relativ einfach gewesen sein, weil er kein richtiges Zuhause kannte und wie ein Heimatloser in der Welt herumirrte, oder aus anderen Gründen, die wir nicht kennen. Es ist am Ende ohne Bedeutung. Tatsache ist, dass dieser Ort zu Grubers Schicksal wurde.
Als er am nächsten Morgen erwachte, nass vom Tau und fröstelnd vor Kälte, wiederholte er nochmals seinen Entschluss. Er wollte bleiben, denn er liebte das Erforschen komplizierter Zusammenhänge. Und er liebte die Menschen und ihre Geheimnisse. Und er liebte den Satz von Konfuzius: „Wenn sich auf deinem Weg eine Abzweigung zeigt, so folge ihr.“

Das Befragen der Menschen

Eine weitere wichtige Methode der Feldforschung war der Kontakt zu den Menschen. Er versuchte, so viele Menschen wie möglich zu kontaktieren, und war bestrebt, mit allen ein Vertrauensverhältnis zu schaffen. Besonders am Herzen lagen ihm die Bauern, denn sie setzten sich tagtäglich mit der Natur auseinander und wussten auch am besten zu beobachten. Der einzige Nachteil war, dass sie zunächst sehr misstrauisch gegenüber Gruber waren, der für sie als „Zugereister“ galt und dessen Intentionen sie nicht verstanden. So befragte er die Handwerker in den Dörfern nach etwaigen Aufträgen, die sie für das Schloss entgegengenommen hätten. Er sprach mit Arbeitern der Straßenverwaltung und mit dem Besitzer der Hühnerfarm, die an das Schlossareal angrenzte. Jeder wusste ein wenig zu erzählen. Aber Gruber musste sich dabei hüten, den Anschein der Neugierde zu erwecken. Oder gar, dass er etwas über das Schloss erforschen wollte. Das musste geheim bleiben. Sie würden sogleich misstrauisch werden. Gruber sprach auch mit dem für das Schloss zuständigen Rauchfangkehrer. Ein überaus dicker Mann, der Gefahr lief, in den Kaminen stecken zu bleiben. Er befragte ihn nach besonderen Verhältnissen, die ihm etwa bei seiner Tätigkeit in den Dächern des Schlosses, oder beim Kehren der zahllosen Essen und Kamine und beim Erklettern derselben, aufgefallen sein mochten. Nach und nach füllten sich seine Feldbücher, und die Informationen, die ihm als Einstieg in sein Projekt dienten, verdichteten sich.

Ein weiterer wichtiger Informant war der Pfarrer. Der war nicht nur ein weitbekannter Weinkenner, sondern auch die soziale Drehscheibe im Dorf. Er wurde Grubers Lehrmeister in Sachen Wein. Gruber lernte ihn im Wirtshaus kennen, verbrachte so manchen Abend im interessanten Gespräch mit ihm, und allmählich entwickelte sich daraus eine Freundschaft. Als Gruber das erste Mal den Pfarrhof betrat, der übrigens nahe am Schloss lag, saß der Pfarrer gerade in der Sakristei am Schreibpult; an den Wänden im Hintergrund befanden sich große Heiligenbilder. Zu beiden Seiten des Pfarrers stapelten sich Dokumente und Schriften und rahmten ihn ein, wie Torpfosten einen Eingang. Die Kirchenzeitschriften lagen in Stößen auf dem Boden, daneben Kräuterbündel, die von Rosi, der Pfarrersköchin, gesammelt wurden. In der Ecke lehnte ein alter Nikolaus-Stab mit vergoldetem Griff und ein golden-verbrämter und reich bestickter, zeremonieller Überwurf, wie er ihn verwendete, wenn er im Haus die Messe zelebrierte. Doch das alles war bedeutungslos angesichts des wertvollsten Geschenkes, das Gott dem Menschen, gleich nach seiner unsterblichen Seele, vermacht hatte: dem Wein! Der Pfarrer hatte, wie der Mesner einmal sagte, „die erlesenste Nase vor dem Herrn“. Gruber war immer wieder fasziniert, wie zielsicher er in verdeckter Verkostung den Wein richtig erkannte. Im ersten Winter seines Aufenthaltes in Albrechtsberg wanderte der Inhalt unzähliger Flaschen ihre Kehlen hinunter. Der Pfarrhof war das kulturelle Zentrum im Ort. Alles, was Rang und Namen hatte und noch mehr, ging hier ein und aus. Nur der Schlossverwalter nicht. Den traf man dort nie. Doch davon später.

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Ein Wissenschaftler stößt auf Geheimnisse und lüftet den Nebel...

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Dr. Grubers versunkene Welt

In den Fünfzigerjahren des 20. Jahrhunderts taucht Doktor Gruber, ein etwas skurriler Wissenschaftler, an einem Spätsommertag in einem verschlafenen Dorf im Waldviertel auf.

Im Wirtshaus erfährt er zufällig von einem Schloss, in dem seltsame Dinge vor sich gehen. Da Gruber von überaus neugieriger Natur ist, und anscheinend sonst nichts zu tun hat, beginnt er diesen Geschichten nachzuspüren und in der Folge seine Nase in jedermanns Angelegenheiten zu stecken.

Das Herumschnüffeln allerdings bringt ihm bei der Landbevölkerung wenig Sympathie ein, großes Misstrauen schlägt ihm entgegen. Besitzer des geheimnisumwitterten Schlosses ist der pensionierte k. u. k. General Alfred von Waldstätten, der in seinem Schloss mit Verwalter und Dienerschaft ein Leben nach eigenen Regeln in einem scheinbaren Paralleluniversum führt.

Das Schloss samt seinen Bewohnern und soziologischem Umfeld wird Grubers Forschungsprojekt, indem er seine bewährte Methodik der „Kategorien“ anwendet. Der Forscher bezieht zunächst eine Wohnung im Dorf und beginnt mit dem Vermessen von Schatten und der Katalogisierung von Käfern und Pflanzen.

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Der Autor

Rudolf W. Dellmour

Rudolf W. Dellmour

Das Aufwachsen in einer fantastischen Landschaft zwischen Voralpen und Böhmischer Masse in Niederösterreich, definierte bereits von frühester Jugend an meine Interessen an Natur, Ökologie, Menschen und Soziologie. Diese Neigungen führten mich später an die Universität Wien, wo ich Naturwissenschaften, Völkerkunde sowie Ur- und Frühgeschichte studierte.

Nach Jahren des Experimentierens mit meinen Interessen promovierte ich in Geologie und Paläontologie. Erste Forschungsprojekte der Deutschen Forschungsgesellschaft führten mich in den Himalaya und spätere Reisen zu indigenen Ethnien am Amazonas. Kontakte zur Archäologie nützte ich, um mit meinen erlernten naturwissenschaftlichen Methoden historische Fragestellungen zu erforschen.

Die Neugierde und das Interesse an Archäologie trieb mich bereits in meiner Kindheit auf die umliegenden Felder meines Elternhauses, wo ich prähistorische Keramik-Fragmente und Steinartefakte aufsammelte. Später hat sich dann diese Begeisterung zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit archäologischen Grabungen weiterentwickelt.

Die berufliche Tätigkeit als Geologe ermöglichte mir Reisen zu den entlegensten und exotischsten Gebieten unserer Erde. Interesse an Literatur, Reisen, Forschung und am Schreiben, brachte mich zum Thema des vorliegenden Romans.

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